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Farbenprächtige Serien mit christlichen Briefmarkenmotiven - etwa solchen Kirchenfensterbildern - zeigt die aktuelle Ausstellung im Dankort in Bethel. Die wertvollsten liegen in Vitrinen. Kleinste Marken aus islamischen Ländern werden vergrößert auf Stellwänden gezeigt.
»Kleine Boten« aus der Bibel
Briefmarkenschau zeigt Raritäten aus jüdischer, christlicher und muslimischer Welt
Von Volker Zeiger und Jörn Hannemann (Fotos)
Bielefeld (WB). Biblische Geschichten spielen auch in der arabischen Welt eine bedeutende Rolle. Das belegen Briefmarken aus Nahost. Eine Sammlung dazu ist jetzt im Dankort zu sehen.
Es sind, wie der Ausstellungstitel »kleine Boten« sagt, wahrhaftig Mini-Exemplare, die genaues Hinsehen erfordern. Doch das lohnt sich, stellte bei der Eröffnung Pastor Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender der von Bodelschwinghschen Stiftungen, fest. Im Haus Dankort werden Briefmarken mit jüdischen, christlichen und islamischen Motiven gezeigt. Hintergrund ist das zweite Abrahamsfest, einer Initiative von evangelischen und katholischen Christen, von Muslimen und von Juden.

Beim Blick ins Alte Testament entdeckt er den biblischen Namen »Beth El«: Friedrich von Bodelschwingh, hier auf einer Briefmarke verewigt.

Begeistert von den Exponaten zeigen sich (von links) Pastor Ulrich Pohl, Ausstellungsorganisator Martin Hülsenbeck, Hans Reitze, Nihat Köse (islamische Gemeinschaft) und Michel Gebara.

Aus Bethels Fundus stammen solche Marken der Vatikanpost.
Die jüdischen Briefmarken steuerte Hans Reitze (85), früher Sozialpfarrer, bei. »Nur drei Stück fehlen mir, aber die kosten mehrere zehntausend Euro«, bedauert er, dass seine Sammlung noch nicht komplett ist. Auffällig sind Marken aus jüngster Zeit, die wesentliche Ereignisse des Alten Testamentes in modernem Stil wiedergeben: die Arche Noah auf der Flucht vor der Sintflut. Besucher Paul Yuval Adam vom Vorstand der jüdischen Kultusgemeinde findet sie ausdrucksstark.
Andere blicken fasziniert auf das Briefmarkenbild der St. Paulskirche vor der alten Stadtmauer von Damaskus. Dieses und Dutzende andere gezackter Raritäten trug der aus Syrien stammende Michel Gebara zusammen. Er deutet auf ein Exemplar mit der Umaiyoden-Moschee. »Sie war einmal eine Kathedrale, hier ist das Grab von Johannes, dem Täufer.« Gebara (73) zeigt außer syrischen Marken auch welche aus dem Jemen, dem Libanon und aus Ägypten. Sogar dort, sagt er, wurden alttestamentarische Stätten auf Marken gedruckt.
Wie sehr biblische Geschichte prägt, verriet Pastor Ulrich Pohl: Als Friedrich von Bodelschwingh 1872 die Anstalten als Leiter übernahm, suchte er einen Namen. Beim Blick in die Bibel fand er ihn: Beth El, ein Ort, der gut zehn Kilometer von Jerusalem entfernt liegt. Hier soll Jakob auf der Flucht vor Esau im Traum die Himmelsleiter erschienen sein.

© 2011 Westfalen-Blatt, Donnerstag, 10. März 2011
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© Bielefelder Abrahamsfest 2011 :: Impressum :: Seite drucken :: 25.05.2013
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